Eine Aktion hilft nur, wenn ihr das Produkt ohnehin braucht
Das Flugblatt ist dafür gemacht, Lust zu machen: rote Preisschilder, große Fotos, „nur diese Woche“. Das ist kein Vorwurf an die Märkte, das ist ihr Job. Für euch zählt eine andere Frage: Hätten wir das diese Woche sowieso gekauft?
Wenn ja, ist die Aktion ein echter Vorteil. Wenn nein, ist sie eine zusätzliche Ausgabe mit gutem Gefühl. Die Packung Chips, die in Aktion war und darum mitkam, steht trotzdem auf dem Kassabon. Und das Kilo Hendlfleisch, das am Sonntag noch im Kühlschrank liegt, weil der Plan etwas anderes vorsah, landet im schlimmsten Fall im Müll.
Die Lösung ist keine Aktions-Abstinenz, sondern eine Reihenfolge: zuerst der Plan, dann das Flugblatt. Nicht umgekehrt.
Der Donnerstag-Rhythmus: Flugblatt und Wochenplan zusammenbringen
Bei BILLA und SPAR starten die neuen Wochenaktionen meist am Donnerstag. Das ist ein guter Moment, um die nächste Woche grob zu planen und den Einkauf auf Freitag oder Samstag zu legen. So läuft es, ohne dass der Abend daraufgeht:
Erst den Plan skizzieren
Notiert grob, was ihr nächste Woche kochen wollt. Ohne Plan wirkt jedes Angebot verlockend.
Flugblatt gezielt durchsuchen
Nicht durchblättern, sondern nachschauen: Sind Zutaten aus dem Plan dabei? Oder Dinge, die im Vorrat bald ausgehen?
Plan behutsam anpassen
Ist Huhn in Aktion, wird aus der Linsen Bolognese am Dienstag vielleicht Huhn in Champignon-Sahnesauce. Ein, zwei Tausche reichen – sonst kippt der ganze Plan.
Aktionsartikel auf die Liste
Mit Markt und Gültigkeit dazuschreiben, damit beim Einkauf nichts verwechselt wird.
Einkaufen, solange die Aktion läuft
Der genaue Zeitraum steht auf dem Flugblatt. Wer erst am letzten Tag geht, findet manchmal ein leeres Regal.
Wer das Flugblatt nicht Seite für Seite durchgehen will: Buskar zeigt jeden Donnerstag, welche Zutaten aus eurem Wochenplan gerade in Aktion sind, mit einer Push-Nachricht am Abend. Der Abgleich passiert dann automatisch.
Nur was im Plan oder im Vorrat Platz hat
Die einfachste Regel: Eine Aktion kommt nur in den Wagen, wenn sie eine von zwei Fragen mit Ja beantwortet. Steht es im Wochenplan? Oder ist es ein haltbares Produkt, das ihr regelmäßig verbraucht?
- Passt gut: Zutaten aus dem Plan und haltbare Basics, die ihr sicher aufbraucht – Nudeln, Reis, Mehl, passierte Paradeiser, Kaffee, Waschmittel, Klopapier.
- Mit Vorsicht: Frisches Fleisch, Fisch und Obst in großen Mengen – nur, wenn ihr es gleich verkocht oder einfriert.
- Lieber stehen lassen: Neue Produkte, die ihr „mal probieren“ wollt, Süßes und Knabbereien in Großpackungen, alles, wofür im Kasten kein Platz ist.
Mengenrabatte realistisch nachrechnen
„Ab 2 Stück“, „2 + 1 gratis“, „beim Kauf von 3“: Mengenrabatte gelten erst ab einer bestimmten Stückzahl. Das passt dann, wenn ihr alle Packungen verbraucht, bevor sie ablaufen. Drei Fragen vor dem Griff ins Regal:
- Essen wir die zweite und dritte Packung wirklich, bevor sie schlecht werden?
- Haben wir Platz dafür – im Kühlschrank, im Tiefkühler oder im Kasten?
- Gilt der Preis nur ab der Mindestmenge? Dann zahlt eine Packung allein den Normalpreis.
Dazu kommt der Grundpreis. Am Regaletikett steht neben dem Verkaufspreis meist kleiner der Preis pro Kilogramm, Liter oder Stück. Er zeigt, was ihr tatsächlich zahlt – auch im Vergleich zu einer anderen Packungsgröße oder einer Eigenmarke im selben Regal. Manchmal bezieht sich ein Aktionspreis auf eine kleinere Packung als sonst. Der Grundpreis macht das sichtbar.
Haltbarkeit entscheidet, ob sich die Aktion auszahlt
Das Ablaufdatum schlägt jeden Rabatt. Bevor ihr zu zweit drei Becher Joghurt oder ein Kilo Topfen kauft, schaut aufs Datum und überlegt, an welchen Tagen ihr es esst. Dabei hilft der Unterschied zwischen zwei Angaben:
- „Mindestens haltbar bis“: Danach ist ein Produkt oft noch gut. Anschauen, riechen, kosten – und dann entscheiden.
- „Zu verbrauchen bis“: Steht auf leicht verderblichen Waren wie frischem Fleisch oder Fisch. Nach diesem Datum nicht mehr essen.
Vieles lässt sich einfrieren und so aus einer Aktion ein echter Vorrat machen: Faschiertes, Hendl, Brot, Butter und viele Gemüsesorten. Portioniert und mit Datum beschriftet, findet ihr es in drei Wochen auch noch.
Pickerl, Kundenkarten und Rabattsammler
Neben dem Flugblatt gibt es weitere Rabatte: Pickerl, die ihr auf einzelne Produkte klebt, Gutscheine in der App des Marktes oder in Postwurfsendungen, Punkte auf der Kundenkarte, Sammelaktionen. Die Bedingungen ändern sich laufend, deshalb hier nur das Grundprinzip:
- Gezielt einsetzen: Pickerl auf Produkte kleben, die ohnehin auf der Liste stehen – nicht auf das, was gerade zur Hand ist.
- Bedingungen lesen: Manche Rabatte lassen sich nicht mit Aktionen kombinieren oder gelten nur für bestimmte Warengruppen.
- Gültigkeit notieren: Pickerl und Gutscheine laufen ab. Am besten gleich zur Einkaufsliste legen.
- Nicht wegen der Punkte kaufen: Sammelpunkte sind ein netter Bonus, aber kein Grund für etwas, das nicht auf der Liste steht.
- Kassabon prüfen: Wurden Aktionspreis und Pickerl abgezogen? Fehler passieren, und im Geschäft sind sie am leichtesten zu klären.
BILLA und SPAR: Aktionen nebeneinander anschauen
Wer bei BILLA und SPAR einkauft, hat jeden Donnerstag zwei Flugblätter vor sich. Wo ihr in einer Woche einkauft, hängt davon ab, was in eurem Plan steht, was gerade in Aktion ist und welcher Markt am Heimweg liegt. Pauschal lässt sich das nicht sagen.
Praktisch heißt das: Plan machen, beide Flugblätter nach euren Zutaten durchsuchen, die Preise nebeneinander notieren und dann entscheiden. Rechnet dabei auch Zeit und Wege mit. Ein zweiter Einkauf quer durch die Stadt für eine einzelne Aktion ist selten die Mühe wert.
Buskar zeigt bei Zutaten und Gerichten die aktuellen Preise von BILLA und SPAR nebeneinander und rechnet aus, was eure Woche ungefähr kostet. Die Entscheidung, wo ihr einkauft, bleibt bei euch. Mehr allgemeine Tipps für den Wocheneinkauf findet ihr im Ratgeber zum Lebensmittel sparen.

