Lebensmittelverschwendung vermeiden beginnt beim Einkauf
Was im Müll landet, wurde oft zu viel, zu früh oder ohne Plan gekauft. Der erste Hebel liegt deshalb nicht im Kühlschrank, sondern davor: bei der Frage, was ihr diese Woche wirklich kocht. Und was nicht weggeworfen wird, müsst ihr auch nicht nachkaufen – mehr zum Essensbudget steht unter Haushaltsbudget.
- Erst planen, dann einkaufen. Vier oder fünf Abende festlegen, Zutaten notieren, Mengen zusammenzählen. Alles andere ist Grundvorrat.
- Vor dem Einkauf in den Kühlschrank schauen. Was schon offen ist, kommt in den Plan, bevor Neues dazukommt.
- Aktionen nur kaufen, wenn sie in den Plan passen. Drei Packungen Salat helfen nicht, wenn zwei davon welken. Mehr dazu im Ratgeber Aktionen und Flugblatt.
- Frisches lieber öfter und in kleineren Mengen. Salat, Kräuter und Beeren besser zweimal pro Woche als einmal in großer Menge.
- Mit Liste und nicht hungrig einkaufen. Klingt banal, verhindert aber viele Spontankäufe.
In Buskar schreibt sich die Einkaufsliste aus dem Wochenplan, mit zusammengerechneten Mengen und ganzen Packungen. Bei jeder Zutat fragt die App „Hast du daheim?“, damit nichts doppelt im Kühlschrank landet.
Den Vorrat nach „First in, first out“ einräumen
Das Prinzip kommt aus dem Lager und funktioniert in jeder Küche: Was zuerst gekauft wurde, wird zuerst verbraucht. Damit das klappt, muss das Ältere vorne stehen.
Neues nach hinten
Beim Einräumen kommt das frische Joghurt hinter das angebrochene, die neue Dose Paradeiser (Tomaten) hinter die alte. Das dauert beim Auspacken nur ein paar Sekunden länger.
Eine „Bald essen“-Box
Eine Dose oder ein Fach im Kühlschrank für alles, was in den nächsten zwei, drei Tagen weg muss. Wer kocht, schaut zuerst dort hinein.
Einmal pro Woche durchsehen
Am besten vor dem Planen: Kühlschrank und Vorratskasten kurz durchgehen, Daten prüfen, Angebrochenes in die Gerichte der nächsten Tage einbauen.
Angebrochenes beschriften
Ein Streifen Malerkrepp mit dem Öffnungsdatum auf Glas oder Packung erspart das Rätseln, wie lange das Pesto schon offen ist.
Mit Buskar+ merkt sich die App außerdem, was daheim ist, und gleicht die Einkaufsliste mit eurem Vorrat ab. Den Blick in den Kühlschrank ersetzt das nicht, aber die Liste im Kopf.
Lebensmittel richtig lagern: welche Kühlschrank-Zone wofür
In den meisten Kühlschränken ist es nicht überall gleich kalt. Kalte Luft sinkt nach unten, und die Tür wird bei jedem Öffnen wärmer. Bei Geräten mit Umluft sind die Unterschiede kleiner; im Zweifel steht in der Bedienungsanleitung, welcher Bereich wofür gedacht ist. Als Richtwert gelten meist um die 5 °C. Ein Kühlschrankthermometer zeigt, ob euer Gerät das auch schafft.
- Unten, über dem Gemüsefach (meist am kältesten): rohes Fleisch, Faschiertes und Fisch. Immer in einer Dose oder auf einem Teller, damit nichts auf anderes tropft.
- In der Mitte: Milchprodukte wie Joghurt, Topfen und Käse.
- Oben: Gekochtes, Reste in verschlossenen Dosen, Geräuchertes, angebrochene Gläser.
- Im Gemüsefach: Gemüse und Obst, das Kühle verträgt, etwa Karotten, Salat und Beeren. Äpfel geben ein Reifegas ab, das anderes Obst und Gemüse schneller altern lässt – lagert sie getrennt.
- In der Tür (am wärmsten): Getränke, Butter, Senf, Saucen, Marmelade.
- Gar nicht in den Kühlschrank: Erdäpfel (Kartoffeln), Zwiebeln, Knoblauch, Brot und Bananen. Sie lagern besser kühl, dunkel und trocken. Paradeiser verlieren im Kühlschrank an Aroma.
| Lebensmittel | Richtwert | Worauf ihr achtet |
|---|---|---|
| Rohes Faschiertes | am Einkaufstag | noch am selben Tag durchgaren; Verbrauchsdatum beachten |
| Frisches Geflügel, frischer Fisch | 1–2 Tage | ganz unten lagern; das Verbrauchsdatum gilt |
| Gekochter Reis | 1–2 Tage | rasch abkühlen lassen und bald in den Kühlschrank stellen |
| Gekochte Nudeln, Erdäpfel, Gemüse | 2–3 Tage | in einer verschlossenen Dose |
| Suppe, Eintopf, Gulasch | 2–3 Tage | vor dem Essen gut durcherhitzen |
| Offene Frischmilch | 2–3 Tage | Angabe auf der Packung geht vor |
| Offenes Joghurt, offener Topfen | 2–3 Tage | bei Schimmel ganz wegwerfen |
| Offener Aufschnitt | 2–3 Tage | Packung gut verschließen |
| Hartkäse, angeschnitten | 1–2 Wochen | gut eingepackt, damit er nicht austrocknet |
| Paradeiser aus der Dose, geöffnet | 2–3 Tage | in ein Glas oder eine Dose umfüllen |
| Blattsalat | 2–3 Tage | im Gemüsefach, locker eingepackt |
| Karotten | 1–2 Wochen | im Gemüsefach, ohne Grün |
Die Werte sind vorsichtige Faustregeln für einen gut eingestellten Kühlschrank, keine Garantie. Angaben auf der Verpackung gehen immer vor. Im Zweifel prüft ihr Aussehen und Geruch. Und was ein Verbrauchsdatum trägt, esst ihr nach diesem Datum nicht mehr, auch wenn es noch gut aussieht.
Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum sind nicht dasselbe
Auf Lebensmitteln stehen zwei verschiedene Daten, und sie bedeuten etwas ganz Unterschiedliches. Wer sie verwechselt, wirft entweder Gutes weg oder isst etwas, das nicht mehr sicher ist.
„Mindestens haltbar bis“, das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), ist eine Zusage des Herstellers: Bis zu diesem Tag behält das ungeöffnete, richtig gelagerte Produkt Geschmack, Geruch und Konsistenz. Ein Ablaufdatum ist es nicht. Nudeln, Reis, Konserven, Joghurt oder Hartkäse sind danach oft noch einwandfrei. Prüft mit den Sinnen: anschauen, riechen, eine kleine Menge kosten.
„Zu verbrauchen bis“, das Verbrauchsdatum, steht auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie rohem Faschierten, frischem Geflügel oder frischem Fisch. Nach diesem Datum gelten sie als nicht mehr sicher und gehören weggeworfen, auch wenn sie unauffällig aussehen und riechen. Schafft ihr es nicht rechtzeitig, friert ihr sie vor Ablauf des Datums ein.
- Beide Daten gelten für die ungeöffnete Packung. Nach dem Öffnen zählt der Hinweis auf der Verpackung, etwa „nach dem Öffnen rasch verbrauchen“.
- Bei Schimmel auf Brot, Joghurt, Marmelade, weichem Obst oder Gekochtem: alles wegwerfen, nicht nur die Stelle abkratzen.
- Rohe Eier tragen ein MHD und gehören in den Kühlschrank. Nach dem Datum verwendet ihr sie nur noch gut durcherhitzt, etwa zum Backen.
Der Reste-Abend: einmal pro Woche den Kühlschrank leer essen
Plant einen Abend pro Woche ohne Rezept ein, am besten den vor dem großen Einkauf. An diesem Abend wird gekocht, was offen ist: der halbe Brokkoli, drei Erdäpfel, das letzte Stück Käse. Das klingt nach Notlösung, schmeckt aber öfter, als man glaubt – und niemand musste vorher nachdenken.
Fast alles passt in eines von vier Grundgerichten:
- Omelett oder Frittata – für Gemüse, Erdäpfel, Käse, Schinken.
- Suppe – für weich gewordenes Gemüse, püriert oder als Eintopf.
- Pfanne mit Reis oder Nudeln – für Gemüse, Fleischreste und gekochten Reis.
- Auflauf – für Nudeln, Erdäpfel und Gemüse, mit Ei und Käse gebunden.
Einfrieren: was gut geht und was nicht
Das Tiefkühlfach ist die Pausetaste für Lebensmittel. Wenn ihr merkt, dass etwas nicht mehr rechtzeitig gegessen wird, friert es ein, bevor es kippt – nicht danach.
- Gut einfrieren lassen sich: Brot und Gebäck (in Scheiben, dann taut ihr nur auf, was ihr braucht), Suppen, Saucen und Eintöpfe, rohes Fleisch vor dem Verbrauchsdatum, Butter, geriebener Käse, Kräuter, reife Bananen ohne Schale und Beeren.
- Weniger gut geht: Blattsalat, Gurke und Radieschen werden matschig, hart gekochte Eier gummiartig. Joghurt und Topfen verändern ihre Konsistenz, taugen aufgetaut aber noch zum Kochen und Backen.
- Abkühlen lassen. Gekochtes rasch abkühlen und erst dann einfrieren.
- Portionsweise und flach. Flach gedrückt in Beuteln friert es schneller durch, braucht weniger Platz und taut schneller auf.
- Beschriften. Was, wie viel, wann eingefroren. Nach ein paar Wochen sieht jede Sauce gleich aus.
- Im Kühlschrank auftauen, nicht auf der Arbeitsfläche. Am Vorabend herausnehmen reicht meist.
- Aufgetautes rohes Fleisch nicht roh wieder einfrieren. Durchgegart, etwa als Sauce, könnt ihr es erneut einfrieren.
Reste verwerten: was aus übrig gebliebenen Zutaten wird
Viele österreichische Klassiker sind eigentlich Resteküche. Wer weiß, was aus welchem Rest wird, wirft weniger weg. Das sind allgemeine Küchenideen, nicht jede davon ist ein Rezept in der App.
- Altes Brot und Semmeln: Semmelknödel, Brösel zum Panieren, Croutons für die Suppe, Brotsalat mit Paradeisern.
- Gekochte Erdäpfel: Bauernomelett, Erdäpfelgröstl, Laibchen, Erdäpfelsalat.
- Gekochte Nudeln: Grenadiermarsch, Nudelauflauf, Schinkenfleckerl.
- Gekochter Reis: gebratener Reis mit Ei und Gemüse, gefüllte Paprika, Reisauflauf.
- Welkes Gemüse: Gemüsesuppe, Sugo, Ofengemüse, Gemüselaibchen.
- Braune Bananen: Bananenbrot, Bananen-Palatschinken oder geschält eingefroren für später.
- Ein halber Becher Schlagobers oder Joghurt: Rahmsauce, Dip, Dressing, Kaiserschmarrn.
- Käsereste: gerieben über Auflauf oder Nudeln, Käsesauce, Kasnocken.
- Kräuter, die schlapp werden: Pesto, Kräuterbutter oder klein gehackt mit etwas Öl einfrieren.
- Knödel vom Vortag: in Scheiben geröstet, mit Ei darüber.

