Wo beim Essen das Geld verloren geht
Seit der Teuerung schauen viele genauer auf den Kassabon. Und oft liegt das Problem gar nicht beim einzelnen Preis, sondern beim Drumherum: der Spontankauf, weil man hungrig war. Die dritte Packung Reis, weil niemand wusste, dass noch zwei im Kasten stehen. Der Salat, der am Freitag im Müll landet, weil am Mittwoch doch Pizza bestellt wurde.
Die folgenden Tipps setzen genau dort an. Sie sind nach dem Ablauf sortiert: vor dem Einkauf, im Geschäft, nach dem Einkauf und in der Küche. Ihr müsst nicht alle auf einmal umsetzen. Fangt mit zwei, drei an, die zu euch passen.
Vor dem Einkauf: Plan, Vorrat und Liste
1. Erst planen, dann einkaufen. Wer weiß, was diese Woche auf den Tisch kommt, kauft nicht auf Verdacht. Schon ein grober Plan für vier oder fünf Abende reicht. Wie das in zehn Minuten geht, zeigt der Ratgeber Essensplan erstellen.
2. Vorrat checken, bevor du losgehst. Ein Blick in Kühlschrank, Tiefkühler und Vorratsschrank verhindert Doppelkäufe. Ein schnelles Handyfoto vom offenen Kühlschrank hilft, wenn du im Geschäft unsicher bist.
3. Mit Liste einkaufen – und dabei bleiben. Was nicht auf der Liste steht, bleibt im Regal. Ausnahme: Es ersetzt etwas, das draufsteht, zum Beispiel ein anderes Gemüse für dasselbe Gericht. Sortiert die Liste nach Bereichen im Geschäft, dann geht ihr nicht kreuz und quer an verlockenden Regalen vorbei.
4. Reste fix einplanen. Ein Resteabend pro Woche und bewusst doppelt gekochte Gerichte – Suppe, Gulasch – machen aus einem Einkauf zwei Mahlzeiten. Was eingeplant ist, wird gegessen statt vergessen.
Im Geschäft: Grundpreis, Eigenmarke, Saison
5. Den Grundpreis pro Kilo oder Liter vergleichen. Am Regaletikett steht neben dem Verkaufspreis meist kleiner der Preis pro Kilogramm, Liter oder Stück. Er macht unterschiedliche Packungsgrößen vergleichbar. Die größere Packung ist nicht automatisch die mit dem niedrigeren Kilopreis – nachschauen lohnt sich.
6. Eigenmarken ausprobieren. Die meisten Supermärkte haben Eigenmarken, oft in mehreren Preisstufen. Probiert sie bei Grundprodukten wie Mehl, Nudeln, Reis, passierten Paradeisern oder Haferflocken und vergleicht den Grundpreis. Ob euch Geschmack und Qualität passen, merkt ihr schnell.
7. Saisonal kaufen. Gemüse und Obst aus der Hauptsaison gibt es reichlich, und das merkt man oft auch am Preis. Im Herbst sind das etwa Kürbis, Kraut, Äpfel und Wurzelgemüse, im Winter Lagergemüse wie Erdäpfel (Kartoffeln), Karotten, Rote Rüben und Sellerie. Ideen dazu liefert der Herbst-Wochenplan.
8. Nicht hungrig einkaufen. Klingt banal, wirkt aber: Mit leerem Magen landen mehr Snacks, Gebäck und Fertiggerichte im Wagen. Eine Semmel vor dem Einkauf ist eine der einfachsten Spar-Regeln.
9. Vorgeschnittenes am Grundpreis prüfen. Geriebener Käse, geschnittener Salat, geschälte Karotten oder Einzelportionen sind bequem. Pro Kilo kosten sie aber meist mehr als das ganze Stück. Wo ihr die Zeit habt, schneidet und reibt selbst.
Aktionen gezielt nutzen statt hamstern
10. Aktionen nur für Dinge, die ihr ohnehin braucht. Eine Aktion hilft, wenn das Produkt im Wochenplan steht oder ein haltbares Produkt ist, das ihr regelmäßig verbraucht. Alles andere ist eine zusätzliche Ausgabe mit gutem Gefühl. Am besten legt ihr das Flugblatt neben den Plan und sucht gezielt nach euren Zutaten.
11. Mengenrabatte nachrechnen. „Ab 2 Stück“ zahlt sich nur aus, wenn beide Packungen verbraucht werden, bevor sie ablaufen, und ihr Platz zum Lagern habt. Wie ihr Flugblatt, Mengenrabatte und Pickerl planvoll nutzt, steht ausführlich im nächsten Ratgeber.
Wer wissen will, was die geplante Woche ungefähr kostet, bevor er im Geschäft steht: Buskar zeigt bei Zutaten und Gerichten die aktuellen Preise von BILLA und SPAR nebeneinander und rechnet die Woche zusammen. Jeden Donnerstag seht ihr außerdem, welche Zutaten aus eurem Plan gerade in Aktion sind.
Nach dem Einkauf: Kassabon und Lagerung
12. Den Kassabon prüfen. Wurde der Aktionspreis verrechnet, das Pickerl abgezogen, nichts doppelt gescannt? Fehler passieren, und solange ihr noch im Geschäft seid, sind sie am leichtesten zu klären. Den Bon danach nicht gleich wegwerfen – er zeigt, wofür das Geld wirklich ausgegeben wurde.
13. Richtig lagern. Vieles verdirbt nicht wegen des Datums, sondern wegen des Platzes. Erdäpfel kühl und dunkel, aber nicht im Kühlschrank. Äpfel getrennt von anderem Obst, weil sie es schneller reifen lassen. Brot in Scheiben einfrieren und bei Bedarf toasten. Frische Kräuter wie Blumen ins Wasserglas stellen.
In der Küche: Reste verwerten, Ausgaben im Blick
14. Reste verwerten und einfrieren. Altes Brot wird zu Semmelknödeln oder Bröseln, übrige Erdäpfel zu Gröstl, Gemüsereste zu Suppe oder Strudelfülle. Was ihr nicht in den nächsten zwei Tagen esst, kommt portioniert und beschriftet in den Tiefkühler. Mehr Ideen stehen im Ratgeber Lebensmittelverschwendung vermeiden.
15. Ausgaben im Blick behalten. Sammelt einen Monat lang alle Bons fürs Essen und rechnet zusammen. Das ist oft ernüchternd, aber es zeigt, wo das Geld hingeht: in den großen Wocheneinkauf oder in die vielen kleinen Zwischenkäufe. Mit diesem Wissen lässt sich ein realistisches Wochenbudget festlegen.
Wer die Bons nicht abtippen will: Mit dem Bon-Scan in Buskar fotografiert ihr den Kassabon, und die Ausgaben werden erfasst. Wie ihr ein Essensbudget für die Familie angeht, steht unter Haushaltsbudget.
Spar-Check vor dem Einkauf
Druckt diese Liste aus oder speichert sie am Handy. Vor dem Wocheneinkauf einmal durchgehen – das dauert keine fünf Minuten.

